Mehr als 800 Beschäftigte zeigten dem Management am 18.5. die Rote Karte

Dem Management die Rote Karte!

(24.05.2021) Am 18. Mai zeigten 800 Airbus Kolleg*innen auf einer Protest-Betriebsversammlung vor dem Tor (Mehr als 500 weitere Kolleg*innen durften sich nicht beteiligen und schauten gemeinsam dem Stream.« Mit kämpferischen Reden von Sebastian Züge, dem stellvertretenden BR-Vorsitzenden, Emanuel Glass, 2. Bevollmächtigter der IG Metall Hamburg, Holger Junge, KBR-Vorsitzender und Nina Jalass, Vertrauenskörperleitung machten die Redner*innen klar, dass Airbus mit seinen Plänen auf Zerschlagung des Standortes nicht durchkommen wird.
»We are one! (2008), New standards, together! (2009), We make it fly! (2013/14), das waren Airbus-Slogans aus vergangenen Jahren, auch um ein gewisses Teamspirit zu fördern. Ich staune, was mittlerweile aus diesem Unternehmen geworden ist. Wir sprechen heute davon, dass Teile des Unternehmens (Strukturmontage, Ausrüstungsmontage incl. Supportbereiche wie HR, Finance, Engineering …) herausgeschnitten werden und in einer neuen Firma (ASA) wieder zusammengesetzt werden. Ich frage mich wie hierzu ein Slogan lauten könnte? ›Gemeinsam waren wir stark und jetzt soll jeder für sich‹, klingt für mich aber nach einer schlechten Zukunft, und mit Stärke hat das auch nichts zu tun.«

Peter Dräger, stellvertretender Vertrauenskörperleiter von Airbus fasst die Stimmung der Beschäftigten zusammen: »Wir sind entsetzt über das Vorgehen des Unternehmens und im Besonderen über die Art und Weise die Unternehmenspläne in Salamitaktik vorzubringen. Am Anfang war noch die Rede davon, dass es in Hamburg nur die Strukturmontage betrifft (was auch schon für ein großes Entsetzen gesorgt hat) und jetzt ist der gesamte OA-Bereich betroffen. Wir fragen uns, ob nächste Woche dann noch der Oberflächenschutz oder die FAL dabei sind? Oder der Customer Service? Wohin soll das führen?«

Die Argumentation durch die Unternehmensführung ist nicht durchgängig und nicht plausibel. Es sollen durch die Aerostructure-Gesellschaften Arbeitsabläufe und Schnittstellen verbessert werden. Das könnte Airbus auch ohne neue Gesellschaften erreichen. Ganz im Gegenteil, mit den neuen Plänen schafft Airbus noch weitere Schnittstellen und somit noch schlechtere Arbeitsabläufe.
Es geht hier also um etwas ganz anderes, so lässt es sich vermuten. Die Möglichkeit, kurzfristig Kosten durch schlechtere Sozialstandards oder sogar durch schlechtere Lohnstandards in der Aerostructure-Gesellschaft einzusparen, ist eine denkbare Möglichkeit.

Das Zitat aus der Unternehmenskommunikation „Dieser Status würde ihnen die Flexibilität geben, sich auf dem Markt behaupten zu können…“ stützt die These, dass es den Lohn- und Sozialstandards an den Kragen geht.
Mittelfristig wäre dann sogar ein Verkauf an einen Investor denkbar.

Dass wir Kolleginnen und Kollegen jetzt gemeinsam zusammenstehen und zeigen „we are one“, ist genau die richtige Antwort zu diesen Plänen. Auch Corona wird uns dabei nicht im Wege stehen, dafür ist dieses Thema viel zu wichtig.

Der Slogan der Vertrauensleute heißt: Gemeinsam waren wir stark und wir werden es auch bleiben!
Aber dafür müssen wir kämpfen.




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